Die Zertrümmerung der Aura

Kennzeichen des Abbildes, vor der technischen Revolution durch die Fotografie, war seine Originalität, seine Echtheit und die spezifische Wahrnehmung des Originals in ritualisierten Situationen. Die Kombination dieser Elemente nennt Benjamin (1977) Aura, was wohl am ehesten mit sinnlichem Eindruck, Atmosphäre zu übersetzen ist.
Durch die technische Reproduktion wurde diese Aura zerstört; denn bei einer Reproduktion ist die Frage nach der Echtheit, nach dem Original bedeutungslos, da unbegrenzt viele Abzüge möglich sind. Damit ist sie auch in der Lage, dem Betrachter entgegen zu kommen, sich der jeweiligen Rezeptionssituation anzuschmiegen und löst so das Abbild aus den traditionellen, ritualisierten Situationen und wird (fast) beliebig verfügbar.

„Die Reproduktionstechnik, so ließe sich allgemein formulieren, löst das Reproduzierte aus dem Bereich der Traditionen ab. Indem sie die Reproduktion vervielfältigt, setzt sie an die Stelle seines einmaligen Vorkommens sein massenweises. Und indem sie der Reproduktion erlaubt, dem Aufnehmenden in seiner jeweiligen Situation entgegenzukommen, aktualisiert sie das Reproduzierte“ (Benjamin, Walter)

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