Die Fotozeitschriften II
Neben den neuesten technischen Errungenschaften werden nachahmenswerte Profis und Amateure vorgestellt. Dabei fungiert der Profi als ‚Über-Ich’, als Meister, der jeweils die neuesten formalen und inhaltlichen Hinweise und Tips zur Produktion von Bildvorlagen gibt und so die Kreativität des einzelnen Amateurs in eine bestimmte Richtung lenkt, ihn an den Schein bindet.
Sehr deutlich wird dieser Prozeß bei den Rubriken der Fotozeitschriften, in denen Leser-Einsendungen reproduziert werden (Amateure fotografieren: Im Zoo, Im Zirkus), oder bei den ausgeschriebenen Leserwettbewerben („Gesucht werden die schönsten Urlaubsfotos“).
Die dort letztlich als beispielhaft oder preiswürdig reproduzierten Fotos sind inhaltlich und formal Nachahmungen sog. professioneller Vorbilder. Mit größtem technischen Aufwand erstellt, aber doch nur ein Abklatsch der Fotowerbung. Gleichzeitig aber auch durchgängig uniform und stereotypenhaft, lassen sie den Amateur wiederum in der Masse untergehen.
Auch hier bleibt nur der schöne Schein. Indem die Fotozeitschriften den schönen Schein der Ware Fotografie aufrechterhalten und unterstützen, bilden sie Bewußtsein über Fotografie, das auf Seiten des Amateurs zu einer eingeschränkten Rezeption und zu einem normierten Gebrauch des Mediums Fotografie führt.


















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