Anmerkungen zur Bedürfnisstruktur der Subjekte im Kapitalismus
Indem die Fotoindustrie den Amateur mit Gebrauchswertversprechen ködert (technischer und professioneller Schein), entwickelt es dessen Bedürfnisse weiter, läßt aber nur jene Bedürfnisse sich entwickeln, die dem Konsum, dem Absatz der Waren dienen und die Gesellschaft nicht in Frage stellen, d.h. Problembewußtsein wecken.
Dabei knüpft sie an ‚regressive Bedürfnisstrukturen’ der Subjekte in unserer Gesellschaft an. Diese regressiven Bedürfnisstrukturen sind ein Produkt der am Arbeitsplatz und in der Freizeit ständig erfahrenen Leistungskontrolle, des erfahrenen Unbefriedigtseins, der Langeweile usw.
Die Folge ist, daß das Subjekt einer verstärkten Leistungsmotivation bedarf, die formal anregend, psychisch nicht belastend sein darf, damit sich die Subjekte unhinterfragt dem Leistungsprinzip unterwerfen, weiterhin in dieser Gesellschaft bestehen können und ihre Angst vor dem Scheitern bspw. , vor dem Versagen, verdrängen können.
Insofern werden Befriedigungsangebote nicht nur von seiten der Industrie an die Käufer herangetragen, sondern die Käufer brauchen für ihr psychisches Wohlbefinden in dieser Gesellschaft geradezu jenen Konsum, um eigene konkrete Erfahrungen und Bedürfnisse verdrängen zu können. Die Folge ist auf der einen Seite der Wunsch nach anregender Dynamisierung, auf der anderen Seite das Befriedigungsangebot der Industrie (neue Kamera), das diese Bedürfnisse verstärkt und weiterentwickelt.


















Einen Kommentar hinterlassen