Prinzip der technischen Reproduzierbarkeit

Die besondere Qualität des fotografischen Abbildes gegenüber allen vorherigen Verfahren wurde bereits erwähnt. Die technische Reproduzierbarkeit des Mediums, d.h. die Möglichkeit beliebig viele Abzüge herzustellen und die Variabilität der Kameraausrüstung, die beliebige Einsetzbarkeit oder Tragbarkeit der Kamera, läßt die Fotografie zum ersten wirklich revolutionären Reproduktionsmittel werden (vgl. Benjamin, Walter 1977).

Ihre technische ‚Anschmiegsamkeit’, die sich sowohl jeglicher Rezeptionssituation anpassen läßt, als auch die Möglichkeit der Übermittlung durch verschiedene Trägermedien wie Fernsehen, Drucke, bis hin zum weltweit übertragenen Funkbild, führt dazu, daß sich das fotografische Abbild zum ersten Mal in der Weltgeschichte von parasitären Dasein am Ritual emanzipiert (vgl. Benjamin, Walter 1977). „An die Stelle ihrer Fundierung auf das Ritual tritt ihre Fundierung auf die Politik“ (Benjamin, Waler 1977).

Indem die Fotografie die Verbindung mit dem Druck (Bücher, Illustrierte, Magazine, Tagespresse) eingeht, werden die der Fotografie im Wesen innewohnenden Reproduktionskräfte in Richtung auf eine massenhafte Reproduktionsfähigkeit und Rezeptionsmöglichkeit gesteigert.

„Die Fotografie in der illustrierten Zeitung oder Zeitschrift macht ästhetische Produktion durch billigen Preis endgültig für alle Klassen der Gesellschaft zugänglich“ (Kasper, Josef 1979)

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