Inhaltliche Stereotypen in den Massenmedien III

Fakten und Abbildrealismus: Fotografien werden gradlinig, mit der Tendenz zum bloßen Abbilden von Realität eingesetzt, d.h. es fehlt die mittels der Kamera mögliche Abstraktion des Fotoobjektes. Schon bei der Aufnahme durch den Profi ist einzig die rein abbildende Funktion des Fotoapparates berücksichtigt; Personenbilder z.B. erfolgen zumeist in der Totalen oder Halbtotalen.

Formal wird die Tendenz zum Fakten- und Abbildrealismus durch den geradlinigen und tautologischen Gebrauch der Fotos in den Medien verstärkt. Der Abbildrealismus der Medienfotografie ist durch den Markt bestimmt.

Hier offenbart auch das Foto seinen Warencharakter. Je mehr Fotos in den Massenmedien getauscht werden müssen, desto mehr müssen sie inhaltlich reduziert werden um einen großen Käuferkreis zu gewinnen. Diese inhaltliche Reduktion wird ganz besonders bei den Tageszeitungen deutlich, hier werden Fotos fast ausschließlich als Textbelege, zum Unterstreichen der Wahrhaftigkeit des Textes verwandt.

Auf der anderen Seite sind es die Illustriertenfotos, die zwar auch auf einen Massenmarkt abzielen, deren Verpackung (ästhetischer Schein mittels Farbfotografie) jedoch auf den ersten Blick anspruchsvoller erscheint, oder anders ausgedrückt: die Illustriertenfotos haben größeren autonom-bildnerischen Charakter (es wird stärker mit dem Repertoire der Fotografie gearbeitet) als die Tageszeitungsfotos.

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