Was ist ein Proof und was heißt ‘Rendering Intent’ ?
Ein Proof bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Gerät so tut, als wäre es ein anderes. Konkret: Der heimische Tintenstrahler simuliert das Ergebnis, dass der Offset-Druck bringen wird. Dazu muss er zwei Profile kennen: Sein eigenes und das des Offset-Druckes. Ein Proof kann dem Drucker als verbindliche Vorgabe mitgeliefert werden, wie das Bild gedruckt werden soll. Ein weiterer Vorteil ist, dass er den Fotografen bereits frühzeitig aufdas traurige Aussehen seines Bildes im Druck vorbereitet, denn genau die Farben, die auf dem Bildschirm so wunderbar leuchten, sind im normalen Vierfarbdruck nicht darstellbar.
Rendering Intent legt nun fest, was bei der Umwandlung von einem größeren in einen kleineren Farbraum mit den Farben passieren soll, die in dem kleineren nicht enthalten sind.
Da gibt es 4 Möglichkeiten:
1. ‘Perzeptiv’ oder ‘Wahrnehmung (Bilder)’
Der Gesamte Farbraum A wird in den Farbraum B so hineingestaucht, dass der visuelle Eindruck möglichst genau erhalten bleibt. Um diese Umwandlung gut zu bewältigen, hilft es häufig, die Sättigung der besonders schwierigen Farben vorher zu verringern. Ideal für Fotos.
2. ‘Sättigung (Grafiken)’
Dies ist der „Hauptsache Bunt“-Modus, Farbgenauigkeit ist egal, die Farben müssen leuchten und sich gut unterscheiden, benötigt man eigentlich nur für Diagramme und Geschäftsgrafiken.
3. ‘Relativ Farbmetrisch’
Dieser Modus schneidet alles ab, was im größeren Farbraum und nicht im kleineren vorhanden ist und setzt die Werte auf die nächste im kleineren Farbraum enthaltene Farbe. Der Rest wird 1:1 abgebildet, d.h. die Farben bleiben identisch, dafür verschwindet die Trennung aller Farben außerhalb des Farbumfangs. Interessant für Schmuckfarben und Logos.
4. ‘Absolut Farbmetrisch’
Dieser Modus berücksichtigt zusätzlich noch den Weißpunkt bzw. die Papierfarbe, die mitsimuliert wird. Ausschließlich fürs Proofen interessant.
Die Anwendung von Colormanagement wird zu einer Grundvoraussetzung für alle werden, die mit der Bearbeitung von Bildern zu tun haben. Das System wird sich noch weiter durchsetzen, als es das ohnehin schon getan hat. Jeder, der seine Bilddaten digitalisiert, sollte sicherstellen, dass er das sowohl in der nötigen technischen Qualität (Auflösung, Dichteumfang, Schärfe), als auch in farblich universell weiterverwendbarer Weise tut. Wer heute noch Bildarchive in CMYK anlegt, muss morgen das Colormanagement erlernen, damit er übermorgen noch Marktteilnehmer sein kann.

















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