Gesellschaftliche Definition der Amateure - Profis und Amateure

Gemessen an der gesamten Verbreitung der Fotografie machen die professionellen Fotografien einen verschwindend geringen Prozentsatz aus. Profis sind Spezialisten, die die Fotografie zum Zweck der Existenzsicherung betreiben. Sie sind diejenigen, die ihre Fotos auf dem Markt als Waren realisieren müssen. Professionelle Fotografie ist grob einteilbar in Werbefotografie, Bildjournalismus und Kunstfotografie (eine ausführliche Definition des Profis und der Zwänge denen er sich unterwirft interessiert in diesem Zusammenhang nicht).

Die Bereiche in denen der Profi arbeitet, seine Spezialisierung, ist bestimmt durch die Bedürfnisse der Medien und Werbung. Ebenso wie in anderen Bereichen der Gesellschaft unterliegt die professionelle Fotografie einer zunehmenden Arbeitsteilung und Rationalisierung (Stichwort: Neue Medien) und läßt dem einzelnen Fotografen immer weniger Freiraum für kreative und innovative Bildproduktion.

Wenn der professionelle Fotograf überleben, d.h. von seinen Bilder leben will, muß er sich den Zwängen der gängigen Bildproduktion in den Medien beugen. Die Stereotypen, die uns in der Massenbildpresse gegenübertreten, sind daher notwendigerweise auch im Bewußtsein der professionellen Bildproduzenten verankert.

So unterschiedlich teilweise die Benutzung des Mediums Fotografie ist, gemeinsam sind die, sich aus dem Warencharakter ihrer Arbeit ergebenden Zwänge, die sich wiederum in der inhaltlichen Produktion (bspw. was überhaupt als fotografierenswert angesehen wird) und von der formal-technischen Seite (mit welchen Mitteln fotografiert wird: Kameraausrüstung, Perspektive etc.) niederschlägt.

So gilt für Tageszeitungen z.B. der Grundsatz, daß sog. überzogene Brennweiten gemieden werden sollen, d.h. dem Fotografen wird vorgeschrieben, daß er im Bereich von 35 – 90 mm Brennweite arbeiten muß; alle mit anderen Brennweiten aufgenommen Fotos werden von den Bildredaktionen nicht angenommen.

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2 Kommentare

  1. Kopfschüttler:

    Interessant! Aber ich frage mich bei dem Beispiel mit den Fotos der Tageszeitungen, WARUM das so ist (was mich zweifellos leicht in eine der oben beschriebenen Kategorien schiebt…). :-)

  2. picturetom:

    Warum?: nach meinen Erfahrungen sind dies tradierte (gelernte) ‘Riten’. Die Tageszeitung will bewusst nicht fokussieren (im wahrsten Sinne des Wortes, d.h. kein Tele) oder überzogene Sichtweisen liefern (extremes Weitwinkel). Die ist ein Obulus an den konservativen Massengeschmack der Tageszeitungsleser. Hier wird eben keine fotografische Kunst abgeliefert, sondern Fotografie als ‘Alltagssprache’ gepflegt.

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