Ambitionierte Amateure und Gelegenheitsknipser

In der Tendenz werden durch die Tabellen auch Unterschiede in den Gebrauchsweisen der Fotografie deutlich. Überwiegend – auch nach übereinstimmenden Aussagen anderer Autoren – wird die Fotografie meist ‚selten’ oder ‚saisonal’ gebraucht, ist also abhängig von bestehenden Anlässen. Diese Gruppe der Amateure, deren Größe sich um die 80 % Marke bewegt, kann man als Gelegenheitsknipser bezeichnen.

Der ambitionierte Amateur, der gemessen an der Masse der Fotografen einen verschwindend geringen Prozentsatz ausmacht, ist derjenige, der sich zumeist um eine versierte Praxis bemüht, d.h. hohen technischen und ästhetischen Aufwand treibt und sich dadurch von der Masse der Hobbyknipser abheben will. Der ambitionierte Amateur rekrutiert sich vorwiegend aus der Schicht der kleineren und mittleren Angestellten.
Diese sind aufgrund ihrer Lage im Kapitalismus (soziale Deprivation) einem ständigen psychischen Druck ausgesetzt – einerseits Aufstiegssehnsüchte, andererseits Leistungsdruck, so daß sie vor allem in ihrer Freizeit mittels kreativer Betätigung nach Kompensation und Befriedigung suchen.
Sie sind diejenigen, die sog. professionelle Standards am offensichtlichsten, gemessen an ihrer ästhetischen Produktion, internalisiert haben. Der Profi hat für diese Gruppe Leitbildfunktion. Ihr Forum sind zumeist die zahlreichen Amateurwettbewerbe und Fotozeitschriften,

‚wo man schon mal seinen Namen unter dem eigenen Foto veröffentlicht sehen kann’.

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