Stereotypenbildung in der amateurhaften Bildproduktion

Fotoapparate und fotografische Abbilder sind Produkte gesellschaftlicher Erfahrungen. Die Erfahrungen der Amateure vergegenständlichen sich in ihrer Bildproduktion, insofern sind die Fotos der Amateure subjektiver Ausdruck des gesellschaftlichen Bewußtseins über Fotografie (wie Fotografie zu gebrauchen ist – formal/technischer Aspekt -, was fotografierenswert ist – inhaltlich/ästhetischer Aspekt -).

Dabei sind die Stereotypen der Amateure nicht nur einfache Widerspiegelung, sondern Produkt eines komplexen Aneingnungsprozesses, der sich in lebensgeschichtlichen Prozessen der Subjektive entwickelt und immer mir den jeweiligen kollektiven Praktiken der sozialen Gruppe zusammenhängt. Das bedeutet aber, daß man nicht nur das Produkt (Foto) sehen muß, sondern darüber hinaus das ‚Wie’, das Zustandekommen innerhalb des sozialen Umfeldes der Subjekte.

Um aber über diesen Komplex einigermaßen sichere Aussagen machen zu können, sind empirische Untersuchungen vonnöten; etwa nach dem Beispiel von Kracauer (1959), in der er empirische Untersuchungen und Einzelbeobachtungen miteinander verbindet. Den Stereotypen der Amateurfotografie liegen also nicht ästhetische Entscheidungen zugrunde, sondern sie sind subjektive Vergegenständlichungen gesellschaftlicher Einstellungsmuster und Normen, die vor allem durch die Bewußtseinsindustrie vermittelt werden, dies erklärt auch die Verbreitung des Mediums und die Uniformität der Bildmotive.

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