Sinnliches Erkennen fotografischer Zeichen
Die Untersuchung von Rezeption/Produktion fotografischer Abbilder mit den in sie eingehenden Bedingungsfaktoren muß letztlich, wenn nach den Ursachen spezifischer Rezeption/Produktion gefragt wird, beim Alltagsbewusstsein der Subjekte ansetzen.
Bewußt allgemein ist die ideelle Widerspiegelung des materiellen Seins der Subjekte einer Gesellschaft, wobei hier das Prinzip der Vorrangigkeit des materiellen Seins gegenüber dem Bewußtsein gilt. Bewußtsein ist der
„Inbegriff aller Vorstellungen, Ideen und Auffassungen, die sich die Menschen einer historischen Epoche über wichtige soziale und gesellschaftliche Tatbestände machen“ (Wörterbuch der Psychologie 1987)
.
In diesem Zusammenhang wird Bewußtsein als
„Produkt der Erkenntnistätigkeit, die das Subjekt in Form der Wahrnehmung und des Denkens vollzieht“ (Bayer, Herbert/Bayer Mechthild 1980)
verstanden. Dabei ist Erkenntnistätigkeit, deren Produkte die Erkenntnis sind, eine Form der Abneigung der Umwelt, wobei der Aneignungsprozess als
„Grundmechanismus der psychologischen Entwicklung des Menschen“ (Wörterbuch der Psychologie 1978)
, dessen Resultate die Erfahrungen sind, zu verstehen ist. Hier wird der Erfahrungsbegriff nicht weiter reflektiert, sondern entsprechend dem Ansatz von Herbert Bayer/Mechthild Beyer (1980) als Erkenntnis begriffen. Entsprechend ist hierbei die sinnliche Erkenntnis eine spezifische Aneignungstätigkeit des Subjektes.


















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