Charakteristika der Wahrnehmung als sinnliche Erkenntnis
Die Bindung der Wahrnehmung als sinnliche Erkenntnis an die Wechselwirkung zwischen Subjekt und Objekt, und damit an die sinnliche Präsenz, ist die Grundlage für die Fähigkeit des Subjektes sich die Umwelt unmittelbarer Erfahrungen anzueignen. Notwendigerweise bedeutet das für das Subjekt, daß sinnliche Erkenntnis immer der Oberfläche des realen Gegenstandes verhaftet ist – sinnliche Erkenntnis klebt also an der äußeren Hülle des Gegenstandes (einer Fotografie), an der Erscheinungsform.
„Das Subjekt stellt in der sinnlichen Erkenntnis keine eigenen Zusammenhänge her, sondern spiegelt die ihm gegenüberstehenden, von ihm geschaffenen Bedeutungsstrukturen von Objekten“ (Bayer/Bayer)
wider. Ein weiteres Charakteristikum der Wahrnehmung ist die Gebundenheit an Standort und Perspektive des Subjektes. Darunter ist der gesellschaftliche Standort des Subjektes zu verstehen (das Verhaftetsein in Schicht – und Klassenstrukturen). Der Standort des Subjektes schafft die jeweils unterschiedlichen Bedingungen für die Perspektive, für die Art und Weise des Erkennens von relevanten Bedeutungsstrukturen. In der Konsequenz wird durch diese Gebundenheit der sinnlichen Erkenntnis an Standort und Perspektive die Gesamtheit möglicher Erkenntnis begrenzt, insoweit, daß das Subjekt je nach Standort unterschiedliche Ausschnitte der Gesamtheit der objektiven Bedeutungsstrukturen wahrnimmt. Eine weitere Eingrenzung sinnlicher Erkenntnis erfolgt durch die Organisationstendenz von Wahrnehmung.
„Die Wahrnehmung in ihren Organisationstendenzen geht auf Eindeutigkeit, Abgehobenheit, Geschlossenheit. Das Ding ist entweder dies oder das“ (Bayer, Bayer).
Sinnliche Erkenntnis hat also die Tendenz zur Eindeutigkeit.


















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