Die Fotografie als Objekt
Innerhalb einer konkreten Rezeptionssituation tritt das Foto also anstelle der Wirklichkeit. Es ist damit Objekt sinnlicher Erkenntnis. Dabei ist der Erkenntnisprozeß nicht nur durch die Begrenzung sinnlicher Wahrnehmung beschränkt (optimale Stimulierung, verhaftet-sein an der Oberfläche, Tendenz zur Eindeutigkeit, Begrenzung durch Standort und Perspektive), sondern ebenso durch die Einschränkungen des fotografischen Zeichens (nicht-Eindeutigkeit der Inhalte, zu große Komplexität, zu viele Teilbeziehungen), die zur Folge haben, daß Bedeutungsstrukturen nicht eindeutig erkannt und identifiziert werden, daß das Objekt (Foto) nicht eindeutig benannt werden kann und so denkende Erkenntnistätigkeit (als Reflexion; wobei hier das Foto Anlaß sein könnte) nicht stattfindet.
Diese Reaktion der Subjekte ist vor allem bei Fotografien mit künstlerischem Anspruch zu erwarten. Die alltägliche Rezeption wird aber bestimmt durch die Bilder der Massenpresse, die durch ihre Orientierung am Massengeschmack sich inhaltlich und formal auf niedrigem Niveau bewegen, deren Bedeutungsstrukturen ohne weiteres erfaßt werden können, da sie der Oberfläche verhaftet bleiben, mithin geschlossen und eindeutig sind und so auch der Alltagserkenntnis mit ihrer bloßen Orientierung an der Oberfläche entgegenkommen. Das Ergebnis der sinnlichen Erkenntnistätigkeit der Massenpresse ist die Widerspiegelung der Stereotypen, der tradierten Gebrauchsweisen von Fotografie – in Form von Erkenntnissen, Erfahrungen als Resultate dieser Aneignungsprozesse – im Bewußtsein


















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