Fotografenrechte sind Bürgerrechte
Januar 31, 2010 von boomer · 3 Kommentare
Nach 9/11 (Anschlag auf das World Trade Center) wurde es vor allem in den englischsprachigen Ländern (USA, UK) für professionelle oder professionell auftretende Fotografen schwierig, bestimmte Locations oder Situationen zu fotografieren, ohne von öffentlichen oder privaten Sicherheitskräften ausgesondert zu werden. Dabei agieren viele Sicherheitskräfte mit Ihren Forderungen nach dem Film oder der Speicherkarte, zur anschliessenden Vernichtung der Fotos, im absolut rechtsfreien Raum. In London z.B. wurden vor kurzem Touristen aufgefordert ihre Kameras zu übergeben, weil sie öffentliche Verkehrsmittel fotografiert hatten.
In den USA wurden in der Vergangenheit Fotografen für Stunden ohne legalen Grund interniert. Für solche Fälle hat der amerikanische Rechtsanwalt Bert P. Krages II einen Flyer entwickelt, den man als PDF downloaden kann. Der Flyer The Photographer´s Right erklärt die Rechte des Fotografen in Konfliktsituationen mit Sicherheitskräften in den USA und bietet wertvolle Tipps. Gerade für USA Aufenthalte sollte man diesen Flyer ausdrucken und mit sich führen.
Ereignisse wie z.B. der Anschlag auf das World Trade Center werden von allen Regierungen oft zum Anlass von Restriktionen und Pressezensur genommen. Grundsätzlich gillt jedoch in den USA: Alles was sichtbar ist, kann auch fotografiert werden. Eine der wenigen Ausnahmen ist das Fotografieren auf privatem Gelände. Aber auch hier dürfen weder Speicherkarte, noch Kamera beschlagnahmt werden.
Das können Sie immer fotografieren (Beispiele)
- Polizisten auf öffentlichen Strassen
- Menschen in öffentlichen Parks
- Verkehr
- Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen (Politiker, Künstler, Schauspieler, …)
- Schiffe
- Die gesamte öffentliche Infrastruktur
Das ist bei einer Veröffentlichung zu beachten
Bei einer Veröffentlichung, egal wo und wie, sieht die Rechtslage jedoch immer anders aus. Alles was fotografierbar ist, kann noch lange nicht veröffentlicht werden. Fotografieren und Veröffentlichen sind zwei paar Schuhe. Hier kommen Copyright, Fair Use, kommerzielle und private Nutzung ins Spiel.
Wenn ich Menschen in einem Park fotografiere, benötige ich keine Genehmigung. Nutze ich dieses Foto auf irgendeine Art gewerblich oder kommerziell, brauche ich ein Model Release der beteiligten Personen. Keine Regel ohne Ausnahme: Pressefotografen benötigen im Rahmen der Veröffentlichung in einer Tageszeitung keinen Release.
Der Amerikaner Andrew Kantor hat in dem PDF-Flyer Legal Rights fo Photographers zusammengestellt was bei einer Veröffentlichung in den USA zu beachten ist.
Weblinks
The Photographer’s Right PDF
Legal Rights of Photographers
Buchempfehlungen
Legal Handbook for Photographers: The Rights and Liabilities of Making Images
Fotografie und Recht. Die wichtigsten Rechtsfälle für die Fotopraxis
- Streit um die Panoramafreiheit Die Panoramafreiheit ist nicht erst seit der Auseinandersetzung mit der Schlösserstiftung Berlin-Brandenburg (Stiftung Preußische Schlösser...
Habe vergangenen Herbst in New York die Erfahrung auch machen müssen. Allerdings ging das “Problem” viel mehr von privaten Sicherheitsdiensten aus als von Polizeibeamten. Gerade im direkten Kontakt ist es, meiner Erfahrung nach, von Vorteil wenn vor Ort ein “Einheimischer” ist, der die Sache regelt.