Archive for the ‘Fotografie und Bewußtsein’ Category.

Differenzierung der Amateure

Die Amateure, bisher immer als homogene Gruppe gesehen, differieren bei genauerem Hinsehen untereinander sehr stark, vor allem hinsichtlich ihrer ökonomischen und sozialen Lage. Im folgenden sollen einige Tendenzen aufgezeigt werden. Ein Mangel aller bisherigen Beiträge zur Fotografie ist deren fehlenden empirische Verankerung. So sind bis heute keine detaillierten Daten zum Gebrauch von Kameras, Höhe des Einkommens, sozialer Schichtung usw. für den Bereich Deutschlands verfügbar. Die einzige mir bekannte empirische Untersuchung zu diesem Thema ist die von Bourdieu u.a. (1981), deren empirische Daten allerdings aus den 60er Jahren stammen und nur für den französischen Raum Gültigkeit besitzen. In der Tendenz jedoch sind sie m.E. auch für die Verhältnisse der Bundesrepublik zutreffend.

Der Warencharakter der Fotografie

Die Unterschiede zwischen Profis und Amateuren liegen also nicht in der Apparatur und der damit verbundenen möglichen Bildqualität, sondern zum einen im nicht erreichten Zugang zu den ‚kostbaren’, fotografierenswerten Objekten (Politiker, Fotomodelle, Krisenschauplätze), sie sich gesellschaftlicher Bedeutung erfreuen, zum anderen – und das ist der wichtigste Unterschied – im Warencharakter der Fotografie, dem Zwang des ‚sich-verkaufen-müssens’, dem die Profis ausgesetzt sind. Continue reading ‘Der Warencharakter der Fotografie’ »

Technische Revolution und Fotografen

Der Profi und sein Pendant – der Amateur – sind Produkte der technischen Revolution der Fotografie (vereinfachte Handhabung, massenweise Reproduzierbarkeit durch Negativverfahren) und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Bedürfnis nach Abbildern. Continue reading ‘Technische Revolution und Fotografen’ »

Gesellschaftliche Definition der Amateure - Profis und Amateure

Gemessen an der gesamten Verbreitung der Fotografie machen die professionellen Fotografien einen verschwindend geringen Prozentsatz aus. Profis sind Spezialisten, die die Fotografie zum Zweck der Existenzsicherung betreiben. Sie sind diejenigen, die ihre Fotos auf dem Markt als Waren realisieren müssen. Professionelle Fotografie ist grob einteilbar in Werbefotografie, Bildjournalismus und Kunstfotografie (eine ausführliche Definition des Profis und der Zwänge denen er sich unterwirft interessiert in diesem Zusammenhang nicht). Continue reading ‘Gesellschaftliche Definition der Amateure - Profis und Amateure’ »

Die private Produzentenseite von Fotografie - Amateure

„In jüngster Zeit ist das Fotografieren ein ebenso weitverbreiteter Zeitvertreib geworden wie Sex oder Tanzen“ (Sonntag, Susan)

Der einzelne Produzent von Fotos wurde bisher mehr oder weniger indirekt schon mehrfach angesprochen. Die Entwicklung der Fotografie ist undenkbar ohne das Pendant zum Profi – der Amateur. Historische und gesellschaftliche Ursachen für die ständige Expansion der Fotografie wurden bereits in den vorangegangenen Kapiteln erläutert: Continue reading ‘Die private Produzentenseite von Fotografie - Amateure’ »

Auswirkung der Stereotypen - Partikularisierung von Erfahrung

Realität, soziale Wirklichkeit wird durch die öffentliche Fotografie der Gegenwart (Medienfotografie) aus ihrem Bedeutungs- und Sinneszusammenhang gerissen. Indem ein Einzelfoto einer Situation als Sache an und für sich verwandt wird, wird für den Rezipienten das ‚in Beziehung setzen’ , sich erinnern, erschwert oder gar unmöglich gemacht. Wirklichkeit wird aufgelöst in einzelne, schmackhaft zubereitete Aspekte, d.h. die Medienfotografie trägt hauptsächlich Flucht- und Illustrationscharakter und schottet sich gegen den sozialen Alltag ab. Continue reading ‘Auswirkung der Stereotypen - Partikularisierung von Erfahrung’ »

Einsatz von Fotografien in den Medien

Fotos werden sehr geradlinig eingesetzt, entweder um eine Darstellung zu illustrieren oder um einen Gedanken zu demonstrieren der geradlinig oder logisch verläufe. Häufig wird Fotografie tautologisch benutzt, d.h. die Fotografie wiederholt das, was mit Worten gesagt wurde. Beide Verwendungsformen (der geradlinige Einsatz der Fotografie und die Bildung von Tautologien) negieren eine spezifische fotografische Symbolik oder Bildwirkung. Die so verwandten Fotos sind zumeist äußerst flach und nichtssagend, sie besitzen einzig die Funktion im Kontext der Medien für den Text den Wahrheitsbeweis anzutreten, indem sie ihn unterstreichen.

Formale Stereotypen: Tendenz zum Farbfilm

Mit dem ‚Ansturm der Bildkollektionen’ war es vor allem die Tendenz zum Farbfilm, die sich in den Illustrierten immer stärker durchsetzt. In der aktuellen Tagespresse wurde vor 10 Jahren noch Schwarz/Weiß-Foto vorgezogen – Ausnahmen waren nur einige Wochenausgaben überregionaler Tageszeitungen („Frankfurter Rundschau“, „Die Welt“). Der Mangel an Farbfotos in der Tagespresse beruhte auf technischen Gründen: der Vierfarbendruck beim Rollenoffset ist vorläufig noch qualitativ schlecht und kostenintensiv. Dies hat sich jedoch im letzten Jahrzehnt geändert. Continue reading ‘Formale Stereotypen: Tendenz zum Farbfilm’ »

Inhaltliche Stereotypen in den Massenmedien III

Fakten und Abbildrealismus: Fotografien werden gradlinig, mit der Tendenz zum bloßen Abbilden von Realität eingesetzt, d.h. es fehlt die mittels der Kamera mögliche Abstraktion des Fotoobjektes. Schon bei der Aufnahme durch den Profi ist einzig die rein abbildende Funktion des Fotoapparates berücksichtigt; Personenbilder z.B. erfolgen zumeist in der Totalen oder Halbtotalen. Continue reading ‘Inhaltliche Stereotypen in den Massenmedien III’ »

Inhaltliche Stereotypen in den Massenmedien II

Optimistischer Grundton – Heile Welt: Hierbei muß unterschieden werden zwischen der Vermittlung des Bildes in der Tageszeitung und Illustrierten. Continue reading ‘Inhaltliche Stereotypen in den Massenmedien II’ »