8th Mai 2008, 09:27 am
Innerhalb einer konkreten Rezeptionssituation tritt das Foto also anstelle der Wirklichkeit. Es ist damit Objekt sinnlicher Erkenntnis. Dabei ist der Erkenntnisprozeß nicht nur durch die Begrenzung sinnlicher Wahrnehmung beschränkt (optimale Stimulierung, verhaftet-sein an der Oberfläche, Tendenz zur Eindeutigkeit, Begrenzung durch Standort und Perspektive), sondern ebenso durch die Einschränkungen des fotografischen Zeichens (nicht-Eindeutigkeit der Inhalte, zu große Komplexität, zu viele Teilbeziehungen), die zur Folge haben, daß Bedeutungsstrukturen nicht eindeutig erkannt und identifiziert werden, daß das Objekt (Foto) nicht eindeutig benannt werden kann und so denkende Erkenntnistätigkeit (als Reflexion; wobei hier das Foto Anlaß sein könnte) nicht stattfindet. Continue reading ‘Die Fotografie als Objekt’ »
3rd Mai 2008, 09:23 am
Die Entwicklung der Fotografie hat einen qualitativen Sprung innerhalb sinnlicher Erkenntnistätigkeit zur Folge. Der praktische Aneignungsprozeß wird verkürzt, indem durch das Foto Abbilder von Wirklichkeit frei verfügbar werden und als Informations- und Nachrichtenträger Wirklichkeit ersetzen können. Hier wird das Foto also zum Symbol für Wirklichkeit. Continue reading ‘Bedeutung und Funktion des Fotos innerhalb der sinnlichen Erkenntnis’ »
29th April 2008, 09:13 am
Neben der sinnlichen Erkenntnis, die zu unmittelbarer sinnlicher Erfahrung führt, ist die denkende Erkenntnistätigkeit eine zweite Form der Erkenntnis. Dabei geht das Denken von den in der Wahrnehmung gewonnenen sinnlichen Daten aus und verarbeitet sie. Dabei ist das Denken eine entwickeltere Form der Erkenntnis, die sich von der sinnlichen Oberfläche des Gegenstandes lösen kann. Denken erfolgt in Prozessen symbolischer Repräsentation, wobei die Sprache das Medium ist, über das sich Denken vollzieht. Sie ist also Träger des Erkenntnisprozesses für denkende Erkenntnistätigkeit. Denken vollzieht sich in Begriffen, in Benennungen von Bedeutungsstrukturen. Continue reading ‘Verarbeitungsformen sinnlicher Erfahrung im Bewußtsein’ »
20th April 2008, 05:58 pm
Die Wahrnehmung von Objekten der Außenwelt ist allein schon durch diese spezielle Form der sinnlichen Erkenntnisse aufgrund ihrer Charakteristika begrenzt. (a) Wahrnehmung ist generell abhängig vom physischen und psychischen Zustand des Subjektes, d.h. die Wahrnehmung von Objekten der Außenwelt findet nur adäquat statt, wenn eine optimale Stimulierung gegeben ist. So findet der Bilderblattkonsum (llustrierte, Magazine) fast immer in der Freizeit, nach Feierabend statt oder in anderen Momenten relativer Entspanntheit und Konzentration. Continue reading ‘Die Begrenzung der menschlichen Wahrnehmung’ »
16th April 2008, 05:48 pm
Die Bindung der Wahrnehmung als sinnliche Erkenntnis an die Wechselwirkung zwischen Subjekt und Objekt, und damit an die sinnliche Präsenz, ist die Grundlage für die Fähigkeit des Subjektes sich die Umwelt unmittelbarer Erfahrungen anzueignen. Notwendigerweise bedeutet das für das Subjekt, daß sinnliche Erkenntnis immer der Oberfläche des realen Gegenstandes verhaftet ist – sinnliche Erkenntnis klebt also an der äußeren Hülle des Gegenstandes (einer Fotografie), an der Erscheinungsform. Continue reading ‘Charakteristika der Wahrnehmung als sinnliche Erkenntnis’ »
3rd April 2008, 07:55 am
Die Beziehung zwischen einer Fotografie und einem Rezipienten ist ein Subjekt-Objekt-Verhältnis. Die Aneignung ist das Vermittlungsglied zwischen dem Subjekt und dem Objekt (Foto) Als Ergebnis des Aneignungsprozesses steht die wahrgenommene Reproduktion von Wirklichkeit im Bewußtsein des Betrachters. Continue reading ‘Die Aneignung von Wirklichkeit’ »
30th März 2008, 04:48 pm
Die Untersuchung von Rezeption/Produktion fotografischer Abbilder mit den in sie eingehenden Bedingungsfaktoren muß letztlich, wenn nach den Ursachen spezifischer Rezeption/Produktion gefragt wird, beim Alltagsbewusstsein der Subjekte ansetzen. Continue reading ‘Sinnliches Erkennen fotografischer Zeichen’ »
25th März 2008, 04:28 pm
Will man erklären wie Fotos wirken und was fotografische Abbilder im Bewußtsein des Betrachters bewirken, ist es mit der Analyse rein fotografischer Prinzipien der Wiedergabe der Wirklichkeit nicht getan. Das fotografische Abbild muß objektiver wissenschaftlicher Betrachtung zugänglich gemacht werden. Eine Möglichkeit ist der Versuch von Hans Brög (1979), der Fotografie und Sprache im Hinblick auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede und damit die Auswirkungen auf das Bewußtsein der Rezipienten untersucht. Continue reading ‘Charakteristika des fotografischen Zeichens’ »
20th März 2008, 04:32 pm
Die vielfältigen Beziehungen des fotografischen Zeichensystems sind in den meisten Fällen zu komplex, um dem Rezipienten ein eindeutiges Erfassen des Inhalts zu ermöglichen. Die vielfältigen Beziehungen, die visuelle Formen und Farben auf dem Abzug miteinander eingehen, führen zur Mehrdeutigkeit der Bildaussage, während in der diskursiven Sprache die Monosemierung (das Vorhandensein nur einer Bedeutung zu einem Wort, z.B. Kugelschreiber) von Inhalten vorherrscht. Continue reading ‘Monosemierung und Verallgemeinerung von fotografischen Zeichen’ »
12th März 2008, 08:37 am
Die erste Frage, die im Hinblick auf das sinnliche Erkennen von Fotografie zu stellen ist, ist die nach dem besonderen Charakter fotografischer Wahrnehmung. Aus dem bisher Gesagten über die Bedeutung des Fotos in den Massenmedien für die menschliche Kommunikation, wurde deutlich, daß Fotografie an die Stelle der Wirklichkeit treten kann, das sie Informationen über diese Wirklichkeit vermittelt und unser Bild von der Wirklichkeit prägt. Continue reading ‘Das fotografische Abbild als Zeichensystem im Hinblick auf seine Bedeutung für subjektives Bewußtsein’ »