Formale Stereotypen der Amateurfotografie

Tendenz zum Farbbild: Mit 75 – 80 % ist der Anteil der Farbbilder an der Gesamtproduktion der Amateure am höchsten. Man kann davon ausgehen, daß das Farbbild wohl insgesamt den Rezeptionsgewohnheiten der Gelegenheitsknipser entgegenkommt, da das Farbbild eine größere Affinität zur Realität besitzt, mithin den Abbildrealismus und den optimistischen Grundton der Amateurfotos unterstützt: während das Schwarz-Weiß-Foto Realität eher abstrahiert und diese Abstraktionsfähigkeit (Umsetzen farbiger Realität in Grautöne) schon beim Aufnahmeprozeß voraussetzt. Continue reading ‘Formale Stereotypen der Amateurfotografie’ »

Stereotypenbildung in der amateurhaften Bildproduktion

Fotoapparate und fotografische Abbilder sind Produkte gesellschaftlicher Erfahrungen. Die Erfahrungen der Amateure vergegenständlichen sich in ihrer Bildproduktion, insofern sind die Fotos der Amateure subjektiver Ausdruck des gesellschaftlichen Bewußtseins über Fotografie (wie Fotografie zu gebrauchen ist – formal/technischer Aspekt -, was fotografierenswert ist – inhaltlich/ästhetischer Aspekt -). Continue reading ‘Stereotypenbildung in der amateurhaften Bildproduktion’ »

What is an image? - Stone Summer Theory Institute

mw_joomla_logo.pngThe Stone Summer Theory Institute is week-long school in contemporary art theory. It is held in Chicago, in July, at the School of the Art Institute. It will result in a series of books involving over 300 scholars.
Public events include evening lectures and roundtable discussions. Materials are also available for teachers, and school groups are welcome. During the week, the faculty lead 27 hours of seminars. The seminars are closed to the public but open to 15 Fellows; the deadline for applications is May 5. Continue reading ‘What is an image? - Stone Summer Theory Institute’ »

Optische Industrie und Bildwissen(schaften) - Tagung in Jena

logo_photodresden.gifIhr neuntes „Treffen der Photohistoriker und Photographicasammler“ veranstaltet die Neue Photographische Gesellschaft in Sachsen e.V. vom 23. bis 25. Mai 2008 in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Schiller-Universität (Lehrstuhl für Volkskunde – Empirische Kulturwissenschaft) und dem Verein Technik-Geschichte in Jena e.V. Die Besichtigungen und Vorträge legen – den bedeutenden Traditionen und Sammlungen sowie gegenwärtigen Geschehen am Veranstaltungsort gemäß – ihren Fokus auf Optische Systeme. Ist der Forschung und Entwicklung die Frage nach ihrem jeweiligen Nutzen erkenntnisleitend einbeschrieben, so thematisieren die photohistorischen Beiträge und die Künstlerpräsentation von anderer Warte das Verhältnis von Technik und Bild. Continue reading ‘Optische Industrie und Bildwissen(schaften) - Tagung in Jena’ »

Fotografie als Beweis

Fotografie als Beweis, als untestreichen der Wahrhaftigkeit z.B. eigener Urlaubserlebnisse ist eine weitere Funktion der Gelegenheitsfotografie. Dabei ist die Funktion, das Foto als Beweis, eine doppelte: zum einen Mittel zur Beglaubigung eigener Erfahrungen,- daß man ‚seinen Spaß gehabt hat’ auf der Familienfeier, im Urlaub, daß es sich gelohnt hat -, zum anderen als Nachweis gegenüber seiner sozialen Bezugsgruppe, den Nachbarn bspw., daß man auch dort war. Continue reading ‘Fotografie als Beweis’ »

Erinnerung und Fotografie

Die Kamera und ihr Produkt, das fotografische Abbild retten bestimmte Erscheinungsbilder vor der unvermeidlichen Überlagerung durch andere Erscheinungsbilder, indem sie sie konserviert. Dabei kann das fotografische Abbild nicht grundsätzlich Erinnerung speichern, sondern höchstens Anlaß von den im Subjekt ablaufenden Erinnerungsprozessen sein, z.B. das Albumbild der längst verstorbenen Tante erinnert vielleicht an die Zeit damals, der Diaabend vom letzten Urlaub erinnert an die ‚schöne Zeit’ auf Teneriffa und weckt dadurch Sehnsüchte und Illusionen. Continue reading ‘Erinnerung und Fotografie’ »

Biographie und Fotografie

Betrachtet man den Zusammenhang von saisonalem Gebrauch der Fotografie, der Fixierung auf Familie (Portrait) und dem Komplex Urlaub-Familie, so wird klar, daß der betroffene Fotograf bewußt oder unbewusst seine Kamera als Instrument seiner ganz persönlichen Geschichtsschreibung nutzt. Continue reading ‘Biographie und Fotografie’ »

Urlaubsfotografie der Amateure

Der zweite gängige Ritus amateurhafter Bildproduktion ist die Urlaubs – oder Touristenfotografie. Der rein ‚saisonale’ Gebrauch der Fotografie, vor allem im Urlaub, geht quer durch alle Schichten der Gesellschaft. Fotografische Praxis und Ferien korrelieren also sehr miteinander, ebenso wie die Verbindung von Familie und Urlaub: Tante Trude vor dem Eifelturm, Klein-Lieschen vor dem schiefen Turm – und bei den besserverdienenden Angestellten posiert halt die Freundin/Frau am Strand vor Hawaii vor der ‚glühend-rot’ untergehenden Sonne. Ferien bilden oft den Höhepunkt des Familienlebens, insofern tritt hier die Fotografie den Beweis an, daß man auch tatsächlich dagewesen ist. Continue reading ‘Urlaubsfotografie der Amateure’ »

Die rituellen Gebrauchsweisen der Gelegenheitsknipser: Familienfotografie

Mit jeder Erhöhung des Einkommens wachsen die Möglichkeiten Fotografische Praxis hängt sehr deutlich davon ab, ob Kinder in der Familie vorhanden sind oder nicht: „Der Anteil der Besitzer einer oder mehrerer Kameras liegt in den kinderlosen Haushalten bei 38,5 %, während dieser Anteil bei Ehepaaren mit einem Kind 62, % beträgt“ (Bourdieu u.a. 1981). Meist ist es vor allem die Geburt des ersten Kindes, die das Bedürfnis nach Fotografieren verstärkt. Mit zunehmendem Alter der Kinder läßt die Fotografierwut der Eltern (hier: vor allem des Vaters) nach. Continue reading ‘Die rituellen Gebrauchsweisen der Gelegenheitsknipser: Familienfotografie’ »

Amateure und die Gebrauchsweisen der Fotografie

„Betrachtet man die Fotos von Amateurwettbewerben, so unterscheiden sich diese von jenen der Profis kaum mehr in der Bildqualität, sondern allenfalls im nicht erreichten Zugang zu den kostbaren Objekten… Schon von jenem Moment an, wenn der Amateur in einer Tageszeitung oder in einem Freizeitmagazin nach einem Modell inseriert, später mir ihm Make-up und Posen bespricht und dann in Ermangelung einer Windmaschine stürmische Wetter abwartet, opfert er die Wahrnehmung seiner Wünsche nach Kontakt, Begegnung, Berührung, Liebe der harten Veredelung von Leitbildern“

(Kunde, Wolfgang/Wawrzyn Lienhard 1979). Continue reading ‘Amateure und die Gebrauchsweisen der Fotografie’ »