Sinnliches Erkennen fotografischer Zeichen

Die Untersuchung von Rezeption/Produktion fotografischer Abbilder mit den in sie eingehenden Bedingungsfaktoren muß letztlich, wenn nach den Ursachen spezifischer Rezeption/Produktion gefragt wird, beim Alltagsbewusstsein der Subjekte ansetzen. Continue reading ‘Sinnliches Erkennen fotografischer Zeichen’ »

Charakteristika des fotografischen Zeichens

Will man erklären wie Fotos wirken und was fotografische Abbilder im Bewußtsein des Betrachters bewirken, ist es mit der Analyse rein fotografischer Prinzipien der Wiedergabe der Wirklichkeit nicht getan. Das fotografische Abbild muß objektiver wissenschaftlicher Betrachtung zugänglich gemacht werden. Eine Möglichkeit ist der Versuch von Hans Brög (1979), der Fotografie und Sprache im Hinblick auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede und damit die Auswirkungen auf das Bewußtsein der Rezipienten untersucht. Continue reading ‘Charakteristika des fotografischen Zeichens’ »

Monosemierung und Verallgemeinerung von fotografischen Zeichen

Die vielfältigen Beziehungen des fotografischen Zeichensystems sind in den meisten Fällen zu komplex, um dem Rezipienten ein eindeutiges Erfassen des Inhalts zu ermöglichen. Die vielfältigen Beziehungen, die visuelle Formen und Farben auf dem Abzug miteinander eingehen, führen zur Mehrdeutigkeit der Bildaussage, während in der diskursiven Sprache die Monosemierung (das Vorhandensein nur einer Bedeutung zu einem Wort, z.B. Kugelschreiber) von Inhalten vorherrscht. Continue reading ‘Monosemierung und Verallgemeinerung von fotografischen Zeichen’ »

Einschränkung der Objektivität des fotografischen Zeichens durch Repertoireprobleme der Fotografie

Unter den „Repertoireproblemen“ (Brög, Hans 1979) von Fotografie wird hier die Gesamtheit der möglichen ‚Kompositionen’ eines fotografischen Abbildes verstanden, die bedingt sind durch die spezifisch fotografische Technik der Aufzeichnung von Realität, im Hinblick auf den Objektbezug des Fotos. Die Einschränkung der Objektivität des fotografischen Zeichens sind bedingt durch: Continue reading ‘Einschränkung der Objektivität des fotografischen Zeichens durch Repertoireprobleme der Fotografie’ »

Das fotografische Abbild als Zeichensystem im Hinblick auf seine Bedeutung für subjektives Bewußtsein

Die erste Frage, die im Hinblick auf das sinnliche Erkennen von Fotografie zu stellen ist, ist die nach dem besonderen Charakter fotografischer Wahrnehmung. Aus dem bisher Gesagten über die Bedeutung des Fotos in den Massenmedien für die menschliche Kommunikation, wurde deutlich, daß Fotografie an die Stelle der Wirklichkeit treten kann, das sie Informationen über diese Wirklichkeit vermittelt und unser Bild von der Wirklichkeit prägt. Continue reading ‘Das fotografische Abbild als Zeichensystem im Hinblick auf seine Bedeutung für subjektives Bewußtsein’ »

Subjektives Bewußtsein und Fotografie

Nachdem nun in den vorangegangenen Beiträgen die tradierten Gebrauchsweisen der Fotografie im Hinblick auf die Bedeutung für die private Rezeption und Produktion von Fotos analysiert wurde, soll nun das Augenmerk auf die theoretischen Prinzipien ‚fotografischer Wahrnehmung’ und deren Wirkung auf das subjektive Bewußtsein und die Vergegenständlichung in Form privater Produktion von Fotos (Amateurfotos) gerichtet werden. Continue reading ‘Subjektives Bewußtsein und Fotografie’ »

Formale Stereotypen der Amateurfotografie

Tendenz zum Farbbild: Mit 75 – 80 % ist der Anteil der Farbbilder an der Gesamtproduktion der Amateure am höchsten. Man kann davon ausgehen, daß das Farbbild wohl insgesamt den Rezeptionsgewohnheiten der Gelegenheitsknipser entgegenkommt, da das Farbbild eine größere Affinität zur Realität besitzt, mithin den Abbildrealismus und den optimistischen Grundton der Amateurfotos unterstützt: während das Schwarz-Weiß-Foto Realität eher abstrahiert und diese Abstraktionsfähigkeit (Umsetzen farbiger Realität in Grautöne) schon beim Aufnahmeprozeß voraussetzt. Continue reading ‘Formale Stereotypen der Amateurfotografie’ »

Inhaltliche Stereotypen der Amateurfotografie

Personalisierung: Personendarstellungen (Kinder, Familie) bestimmen zum größten Teil die Fotografische Praxis der Gelegenheitsknipser. Joachim Kallnich (1977) ermittelte in einer empirischen Untersuchung, der 8886 Fotos aus Alben von Arbeiterfamilien zugrunde lagen, daß 85,8 % dieser Fotos Personendarstellungen waren. Mit 63,6 % lag dabei der Anteil der Gruppenbilder am höchsten. Von den Personendarstellungen wurden ca. 25 % auf Familienfesten/-feiern aufgenommen und ca. 28 % im Urlaub oder in der Freizeit. Continue reading ‘Inhaltliche Stereotypen der Amateurfotografie’ »

Stereotypenbildung in der amateurhaften Bildproduktion

Fotoapparate und fotografische Abbilder sind Produkte gesellschaftlicher Erfahrungen. Die Erfahrungen der Amateure vergegenständlichen sich in ihrer Bildproduktion, insofern sind die Fotos der Amateure subjektiver Ausdruck des gesellschaftlichen Bewußtseins über Fotografie (wie Fotografie zu gebrauchen ist – formal/technischer Aspekt -, was fotografierenswert ist – inhaltlich/ästhetischer Aspekt -). Continue reading ‘Stereotypenbildung in der amateurhaften Bildproduktion’ »

Fotografie als Beweis

Fotografie als Beweis, als untestreichen der Wahrhaftigkeit z.B. eigener Urlaubserlebnisse ist eine weitere Funktion der Gelegenheitsfotografie. Dabei ist die Funktion, das Foto als Beweis, eine doppelte: zum einen Mittel zur Beglaubigung eigener Erfahrungen,- daß man ‚seinen Spaß gehabt hat’ auf der Familienfeier, im Urlaub, daß es sich gelohnt hat -, zum anderen als Nachweis gegenüber seiner sozialen Bezugsgruppe, den Nachbarn bspw., daß man auch dort war. Continue reading ‘Fotografie als Beweis’ »