Fotografie als Beweis

Fotografie als Beweis, als untestreichen der Wahrhaftigkeit z.B. eigener Urlaubserlebnisse ist eine weitere Funktion der Gelegenheitsfotografie. Dabei ist die Funktion, das Foto als Beweis, eine doppelte: zum einen Mittel zur Beglaubigung eigener Erfahrungen,- daß man ‚seinen Spaß gehabt hat’ auf der Familienfeier, im Urlaub, daß es sich gelohnt hat -, zum anderen als Nachweis gegenüber seiner sozialen Bezugsgruppe, den Nachbarn bspw., daß man auch dort war. Continue reading ‘Fotografie als Beweis’ »

Erinnerung und Fotografie

Die Kamera und ihr Produkt, das fotografische Abbild retten bestimmte Erscheinungsbilder vor der unvermeidlichen Überlagerung durch andere Erscheinungsbilder, indem sie sie konserviert. Dabei kann das fotografische Abbild nicht grundsätzlich Erinnerung speichern, sondern höchstens Anlaß von den im Subjekt ablaufenden Erinnerungsprozessen sein, z.B. das Albumbild der längst verstorbenen Tante erinnert vielleicht an die Zeit damals, der Diaabend vom letzten Urlaub erinnert an die ‚schöne Zeit’ auf Teneriffa und weckt dadurch Sehnsüchte und Illusionen. Continue reading ‘Erinnerung und Fotografie’ »

Biographie und Fotografie

Betrachtet man den Zusammenhang von saisonalem Gebrauch der Fotografie, der Fixierung auf Familie (Portrait) und dem Komplex Urlaub-Familie, so wird klar, daß der betroffene Fotograf bewußt oder unbewusst seine Kamera als Instrument seiner ganz persönlichen Geschichtsschreibung nutzt. Continue reading ‘Biographie und Fotografie’ »

Urlaubsfotografie der Amateure

Der zweite gängige Ritus amateurhafter Bildproduktion ist die Urlaubs – oder Touristenfotografie. Der rein ‚saisonale’ Gebrauch der Fotografie, vor allem im Urlaub, geht quer durch alle Schichten der Gesellschaft. Fotografische Praxis und Ferien korrelieren also sehr miteinander, ebenso wie die Verbindung von Familie und Urlaub: Tante Trude vor dem Eifelturm, Klein-Lieschen vor dem schiefen Turm – und bei den besserverdienenden Angestellten posiert halt die Freundin/Frau am Strand vor Hawaii vor der ‚glühend-rot’ untergehenden Sonne. Ferien bilden oft den Höhepunkt des Familienlebens, insofern tritt hier die Fotografie den Beweis an, daß man auch tatsächlich dagewesen ist. Continue reading ‘Urlaubsfotografie der Amateure’ »

Amateure und die Gebrauchsweisen der Fotografie

„Betrachtet man die Fotos von Amateurwettbewerben, so unterscheiden sich diese von jenen der Profis kaum mehr in der Bildqualität, sondern allenfalls im nicht erreichten Zugang zu den kostbaren Objekten… Schon von jenem Moment an, wenn der Amateur in einer Tageszeitung oder in einem Freizeitmagazin nach einem Modell inseriert, später mir ihm Make-up und Posen bespricht und dann in Ermangelung einer Windmaschine stürmische Wetter abwartet, opfert er die Wahrnehmung seiner Wünsche nach Kontakt, Begegnung, Berührung, Liebe der harten Veredelung von Leitbildern“

(Kunde, Wolfgang/Wawrzyn Lienhard 1979). Continue reading ‘Amateure und die Gebrauchsweisen der Fotografie’ »

Ambitionierte Amateure und Gelegenheitsknipser

In der Tendenz werden durch die Tabellen auch Unterschiede in den Gebrauchsweisen der Fotografie deutlich. Überwiegend – auch nach übereinstimmenden Aussagen anderer Autoren – wird die Fotografie meist ‚selten’ oder ‚saisonal’ gebraucht, ist also abhängig von bestehenden Anlässen. Diese Gruppe der Amateure, deren Größe sich um die 80 % Marke bewegt, kann man als Gelegenheitsknipser bezeichnen. Continue reading ‘Ambitionierte Amateure und Gelegenheitsknipser’ »